Chronik

St. Stephan nach dem Umbau 1996 - 2002

Das Äußere:

St. Stephan geht zurück bis in die Zeit der Gotik. Aus dieser Zeit stammen die beiden zugemauerten Portale und der Taufbrunnen.

 

Der Stadtturm trägt eine barocke Zwiebelkuppel, die zu besteigen ist und einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die Umgebung bietet (Donnerstags 14.00 -16.00 Uhr).

 

Der vordere Teil der Kirche ist gebaut in den Jahren 1872 - 1874. An seiner Südseite sieht man noch Verletzungen durch Granatsplitter von 1945, als Waldmünchen gegen die Amerikaner verteidigt worden ist.


Das Innere (Neugestaltung 2000 - 2002)

Wer St. Stephan betritt ist überrascht über die freundliche, helle Farbwirkung der Raumschale.

Der Blick wendet sich nach oben. Die verschiedenen Farbtöne der Decke weisen einmal hin auf die verschiedenen Bauzeiten. Das Rot im hinteren Bereich weist hin auf die Zeit der Gotik. Die helleren Farben deuten die späteren Bauabschnitte an.

Die Pfarrkirche ist eine „Wegkirche". Alle Gottesdienstbesucher stehen und knien hintereinander. Alle sind nach vorne orientiert, auf den Altar. Die meisten Kirchen sind in diesem basilikalen Stil erbaut.

Das Thema „Wegkirche" finden wir auch in der Farbgebung der Decke wieder: Das Rot steht für Freude und Leid in jedem Menschenleben. Im Laufe des Lebens wird der Mensch abgeklärter, ruhiger. Es wird heller und lichter. Bis wir angelangt sind in der vollen Helle bei Gott (Apsis)

Für die Farbgebung der Raumschale wie der neuen Fenster zeichnete verantwortlich der Künstler Peter Schwarz, Straubing.

Beim Eingang steht ganz bewußt der gotische Taufstein. Mit der Taufe beginnt das Leben des Christen mit seinem Gott. Taufe ist Eingliederung in die Kirche Jesu Christi hier auf Erden. Die Gemeinschaft mit Christus ist am intensivsten in der Eucharistie. So steht im Schnittpunkt der kreuzförmigen Kirche der Altar. Den Abschluß findet die Gemeinschaft mit Gott im Tabernakel, der Gegenwart Gottes in der Mitte der Seinen.

So zeichnet die Decke den Weg eines jeden Menschen bis zur Vollendung. Vom Taufstein über den Altar bis zum Tabernakel den Weg des Christen.


Die Altarinsel

Die Altarinsel hat der Bildhauer Josef Michael Neustifter aus Eggenfelden gestaltet. Die ganze Ausstattung ist in Bronce ausgeführt.

Das Thema der Altarinsel ist Leben in Fülle, Gesundheit und Kraft für unser Christenleben, die ausgeht vom Altar.

Der Altar hat in seinem Sepulchrum die Reliquien der hl. Timotheus und der hl. Aurelia, sichtbar an der Frontseite.

Die vier Medaillons an den Seiten des Altares zeigen uns die Vision des Propheten Ezechiel von der Tempelquelle, das Wasser das alles gesund macht, wo es hinfließt. Für den neutestamentlichen ist es das Kreuz von dem aus das lebenspendende Wasser fließt.

Das zweite Medaillon zeigt den Propheten Elija. Der Engel fordert ihn auf: "Iß und trink, du hast noch einen weiten Weg vor dir".

Das dritte Medaillon zeigt uns das "Mannawunder in der Wüste". Es weist hin auf das eucharistische Brot als Brot vom Himmel.

Das vierte Medaillon zeigt uns den knienden Christus, der dem Petrus die Füße wäscht. „Wer unter euch der Größte sein will, muß dem andern dienen".

Der Ambo zeigt uns im Medaillon den Propheten Ezechiel, der die Schriftrolle ißt und „sie schmeckte in seinem Mund süß wie Honig".

Der Osterleuchter mit der Darstellung des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten unter der Führung des Mose aus der Sklaverei, der Unterdrückung, aus der Arbeit ohne Lohn, aus der Entwürdigung des Menschen in die ersehnte Freiheit weist darauf hin, dass Jachwe „bei Nacht in einer Flamme und bei Tag in einer Wolkensäule" seinem Volk vorangeht. Dass der eigentliche Führer des Volkes Jachwe ist und Mose nur sein Werkzeug. Für den neutestamentlichen Menschen ist der Auferstandene das Licht: "wer mir nachfolgt wandelt nicht im Finstern, sondern hat das Licht des Lebens".

Durch das Gespräch der Theologen mit den Künstlern wurde so ein einheitliches Werk geschaffen, das die Waldmünchner froh und stolz macht auf ihre Kirche. St. Stephan ist ein Raum geworden für eine würdige Eucharistiefeier.


Kirchturm und Glocken

Der Kirchturm von St. Stephan ist ein Stadtturm. Er ist Eigentum der Stadt Waldmünchen. Der Grund dafür ist die Wächterstube im Turm. Noch bis 1923 wohnte der Stadtwächter in luftiger Höhe. Seine Aufgabe war es bei Feindeinfall, das war an der Grenze nicht selten, oder bei Feuersbrunst sein Horn zu blasen und die Bürger zu warnen.
Der Turm beherbergt auch ein Turmuhrenmuseum. Zehn ehemalige mechanische Kirchturmuhren, die den modernen digitalen Uhren weichen mußten, hat ein Uhrensammler unserer Kirche zur Verfügung gestellt. Auf dem Weg zu den Glocken können sie besichtigt werden.

Nach der nachgebauten Nachtwächterstube hängen die fünf Glocken:

Die Sterbeglocke (5 Zentner)
Die Aufschrift „Resurectio (Auferstehung). 1930 wurde sie von C. Hamm in Regensburg gegossen.

Die Stephansglocke (32 Zentner) erklingt auf den Ton D.
Die Aufschrift: "Lauf, Christ, das Himmelreich ist zu; Du‘s nicht im Nu, St. Stephan hat's erstürmt mit Pein. Du horch auf ihn, findst auch hinein".

Die Christkönigsglocke (18 Zentner)
erklingt auf den Ton F.
Die Aufschrift:" O Rex Christe, veni cum Pace. Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat".

Die St. Anna Glocke (13 Zentner) erklingt auf den Ton G.
Die Aufschrift: " Mütter und Frauen rufe ich. Der alten Anna Kapelle gedenke ich".

Die St. Magdalenaglocke (7 Zentner)
erklingt auf den Ton B
Die Aufschrift: "Erinnerung an die alte Pfarrkirche bin ich. Den Ruf der Gnade läute ich".

Auf den vier großen Glocken steht noch: "Mich goß Meister E. Gebhard in Kempten 1949".