(M)ein Kraftort

 

 

Ein kleines Bilderrätsel zu Beginn: Wo in unserer landschaftlich so schön gelegenen kleinen Stadt befindet sich dieser Ort? – Ich lade Sie ein, auf die Suche zu gehen nach so einem idyllisch gelegenen Platz. Seit dass ich gezwungenermaßen viel zu Hause am PC arbeiten muss und sichtlich unter Bewegungsmangel leide, drängt es mich, wann immer es geht, nach draußen zu gehen – gerade in diesen Frühlingstagen, wo die Natur eine Pracht entwickelt, dass man gar nicht anders kann, als an einen Schöpfergott zu glauben, der dieses grandiose Naturgeschehen mit seinem üppigen Farben- und Duftspiel so wunderbar aufeinander abgestimmt hat. Jetzt durch die Natur zu wandern und die hellgrünen Waldzüge wahrzunehmen, die blühenden Sträucher und Wiesenblumen, den intensiven Fliederduft, die geschäftig fliegenden Vögel und die unermüdlichen Bienen, das alles in sich aufzunehmen, einzusaugen, das gibt wieder neue Kraft. Meine Frau und ich haben bei unseren abendlichen „schnellen Runden“ diesen Platz entdeckt, den wir unseren persönlichen „Kraftort“ nennen: ein Bankerl, das zu Rast, Auftanken und Meditation einlädt mit Blick auf die abendlich tief stehende Sonne, die einem warm ins Gesicht scheint im Bewusstsein, dass der Herrgott uns den Rücken stärkt. Wir nennen es „unser kleines Paradies“, wo immer dann, wenn meine Frau ein zitronengelbes T-Shirt anhat, ein Zitronenfalter daherkommt und sie im wippenden Flug umkreist, so als wolle er sagen: „Hey, mein gelbes Kleid ist mindestens genauso schön wie deines!“ Spricht’s und fliegt davon – vielleicht mit einem Schmetterlingsaugenzwinkern.

 

Als Kraftorte werden oft Plätze bezeichnet, die schon von unseren Vorfahren als rituelle Stätten benutzt wurden. Das sind oft alte Kultstätten, religiöse, geschichtliche Plätze oder auch Klöster und Kirchen. Gerade Kirchen und Klöster wurden oftmals an solchen Stätten errichtet, denen man eine besondere Strahlkraft nachsagte. Jedenfalls sind Kraftorte solche Plätze, an denen man sich rundherum wohlfühlt. Unser Kraftort ist sicher keine alte Kultstätte oder ein historisch besonders wichtiger Ort. Im Gegenteil, gerade seine versteckte Unscheinbarkeit gibt ihm Ausstrahlung und uns neue Kraft am Ende eines anstrengenden Tages. Ich lade Sie deshalb ein: Suchen Sie sich Ihren ganz persönlichen Kraftort! Vielleicht haben Sie ja auch schon einen, dann suchen Sie ihn noch heute auf! Denn auch morgen brauchen wir wieder Kraft und den Herrgott im Rücken, um unsere Aufgaben erfüllen zu können.

 


 

Martin Kowalski